Evangelisch in Buchenbühl.

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Zu Misericordias Domini

STATT EINER PREDIGT
ZU MISERICORDIAS DOMINI

Liebe Buchenbühler Gemeinde, liebe Gäste auf unserer Webseite,

„StayHome – bleibt zu Hause!“ Das lesen und hören wir seit Wochen. Das gesellschaftliche Leben ist auf ein Minimum reduziert und von Vorsicht und Distanz geprägt. Wer kann, soll von Zu Hause arbeiten und das Haus nur für Notwendiges verlassen. 

Und in dieser Zeit hören wir den Predigttext aus dem 2. Petrusbrief, Kapitel 2, die Verse 21-25:

Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; 
er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 
der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; 
der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. 
Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

Die ersten Worte, die mir im Gedächtnis bleiben, sind „dass Ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen.“. Wir haben Jesus als Vorbild. Einer, der selbst in größter Bedrängnis ohne Schuld ist, der nicht lügt oder droht, der aber bei uns bleibt – bis ans Kreuz. Selbstlos. Dem sollen wir nachfolgen. Nicht bis an das Kreuz, denn diesen Weg ist Jesus für uns bereits gegangen. Aber im Leben sollen wir beharrlich an der Gerechtigkeit, Gnade und Barmherzigkeit Gottes festhalten und seinem Sohn nachfolgen.

Nachfolgen. Wie soll Nachfolge denn jetzt, in dieser Zeit funktionieren?

Heute sollte eigentlich die Konfirmation in unserer Himmelfahrtskirche stattfinden. 10 Jugendliche wollten ihr Ja zum Glauben geben und sich bewusst in die Nachfolge stellen. Dieser Festtag musste verschoben werden. Und auch sonst ist alles anders.

Die meiste Zeit meiner Arbeit verbringe ich nun alleine am Schreibtisch. Telefonate, Chats und Mails können den persönlichen Kontakt einfach nicht ersetzen. Es fühlt sich seltsam an. Irgendwie befremdlich.

Ich bin doch Diakonin und das Vorbild der Diakonie - ja das Vorbild aller Christinnen und Christen - ist doch der Dienst, den Jesu an den Armen und Kranken, an den übersehenen und benachteiligten Menschen getan hat. Seinem Vorbild eifern wir nach. Wie soll denn Nachfolge jetzt noch funktionieren, ohne einen anderen Menschen zu sehen, ohne die Gemeinschaft im Gottesdienst?

Im Predigttext heißt es, „wie irrende Schafe“. So komme ich mir in diesen Tagen auch manchmal vor. Welchen Weg soll ich gehen? Was kann ich machen? Wo ist die Spur, der ich folgen kann?

Vor einigen Tagen habe ich in einer Zeitung die Überschrift gelesen: „Die Kirche muss jetzt kreativ werden“.

Und das haben wir getan. Wir sind kreativ geworden. Und nicht nur Christinnen und Christen. Menschen verbünden sich, helfen sich, so gut es geht. Ob es der Einkauf für die Nachbarn ist, ein Blumenstrauß vor der Tür oder ein liebevoller Brief. Auch Abstandhalten ist ein Zeichen der Hilfe. Zum Schutz der Schwächeren.

Und klar – digital ist sehr viel möglich. Auch wenn wir merken, dass das Wahrnehmen und Erleben von Menschen, das Begleiten, das miteinander Schweigen und Beten am Telefon und im Videochat ganz anders ist.

Vielleicht müssen wir manchmal neue Wege entdecken, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Einen Umweg gehen, um Herausforderungen zu überwinden. Womöglich entdecken wir auch etwas Wertvolles dabei, können neu Erfahrungen sammeln.

Und sei es nur die Erfahrung, dass man das Gewohnte vermisst und, dass das bisher selbstverständliche unglaublich kostbar ist. Dass man schmerzlich Abstand halten muss, von Menschen, die man liebt.

Zum Schluss möchte ich noch einen Gedanken mit Ihnen teilen:

Wenn wir an die Nachfolge Jesu denken, ist das nicht nur der Dienst am Nächsten. Jesus sucht nicht nur zu den Menschen Kontakt. Immer wieder wendet er sich zu Gott, zieht sich zurück, geht in die Wüste und betet. Dort findet Jesus seinen Halt. In seiner Beziehung zu Gott schöpft er Kraft, Vertrauen und Liebe, um seinen Weg zu gehen.

Versuchen wir das doch auch - neben all den kreativen Gedanken, die wir uns machen, wie wir uns gegenseitig helfen können – uns auch immer wieder Zeit für Gott zu nehmen. Zeit zum Kraft tanken, um voller Vertrauen, Zuversicht und Hoffnung in die kommende Zeit zu gehen.

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Diakonin Sonja Lichteneber

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